Auswertung des Fragebogen „kommunales Sicherheitsgefühl“ in BÖNEN

Im Rahmen der Fragebogenaktion wurden im Zeitraum vom 21.11 bis zum 05.12.2011 150 Fragebögen gem. Anlage bei der Lottoannahmestelle HEJNAL ausgelegt.

Ausgefüllt und zurückgegeben wurden 52 Fragebögen (1 Fragebogen wurde durch ein Paar  ausgefüllt und somit doppelt gezählt).

Wenn man die Umstände (nur eine Ausgabestelle, nur eine kurze Ankündigung in der Presse, die kurze Vorbereitungszeit und den eigentlich geringen Einsatz an Personal, Kosten und Material) beachtet, unter dem diese Fragebogenaktion durchgeführt worden ist, dann kann man eine Rückläuferquote von über 30% mit qualitativen Antworten ohne viel Polemik als großen Erfolg betrachten.

Ich möchte mich hier auch noch einmal ausdrücklich für die Unterstützung durch Frau und Herrn HEJNAL bedanken.

Selbstverständlich ist uns bewusst, dass die Antworten dieser Fragebogenaktion kein repräsentativ belastbares Ergebnis darstellen. Allerdings gibt die fast vorhandene Einstimmigkeit bei der Frage nach dem Sicherheitsgefühl und dem daraus resultierenden geänderten Freizeitverhalten doch sehr zu denken.

Trotz einem, den Zahlen entsprechend relativ sicherem  Leben in Bönen, herrscht doch eine latente Angst in der Bevölkerung vor.

Hier ist die Politik und Verwaltung gefragt, dagegen anzugehen.

Die Fragebögen können jederzeit durch die Verwaltung und Vertreter der anderen politischen Parteien bei uns eingesehen werden.

Anbei die Auswertung der Fragebögen mit Vorschlägen bzw. Schlussfolgerungen.

 

Christian Lein

Vorsitzender CDU Gemeindeverband Bönen

 

 

Auswertung 

Geschlechterverteilung

21 x Männer          30 x Frauen          2 x keine Angaben

 

Altersband

14-19   2x          20-24   3x          25-34   1x          34-44  7x          45-54   14x           55-64   12x

 

65-74   9x          75+    5x

 

 

Wohnorte der Teilnehmer

Schwerpunktmäßig wohnen die Teilnehmer in Altenbögge – Bönen, eine geringe Anzahl wohnt in Nordbögge bzw. Wester- Osterbönen und Bramey-Lenningsen.

Aus Flierich kam kein Rückläufer.

 

Erlebte Straftaten in den letzten 12 Monaten

38 Teilnehmer beantworteten die Frage mit nein 15 Teilnehmer mit ja

Von den 15 mit „ja“ riefen 9 Teilnehmer die Polizei, 6x wurde diese nicht gerufen.

Von den 9 x,  bei denen die Polizei gerufen worden ist,  war die Polizei

 

1x innerhalb von 10min vor Ort

1x innerhalb von 10-30min vor Ort

6x brauchte sie über 30min

1x wurde der Ort durch den „Meldenden“ verlassen

 

Persönliches Sicherheitsgefühl

Das persönliche Sicherheitsgefühl der Teilnehmer stellt sich wie folgt dar:

 

2 Teilnehmer fühlen sich in Bönen „sicher“

3 Teilnehmer fühlen sich „eher sicher“

27 Teilnehmer fühlen sich „eher unsicher“

21 Teilnehmer fühlen sich „unsicher“

 

Aufgrund dieses „Sicherheitsgefühles“ haben

 

15 Teilnehmer ihr Freizeitverhalten „nicht geändert“

34 Teilnehmer ihr Freizeitverhalten „geändert“

4 Teilnehmer machten keine Angaben

 

 

„Angsträume“ in Bönen

 

Folgende Gegenden/Räume werden durch die Teilnehmer mehrheitlich als beunruhigend und beängstigend bezeichnet:

Gemeindeteich, Bahnhof, Bahnhofsunterführung, Zechenstrasse und Fußgängerzone

 

Als Gründe dafür wurde angegeben:

Dunkelheit allgemein, „pöbelnde und herumlungernde“ Jugendliche, Alkoholkonsum durch die dort Anwesenden und der Straßenverkehr.

 

Vorschläge bzw. Wünsche der Teilnehmer

Die große Mehrzahl der Teilnehmer wünschte sich eine erhöhte Polizeipräsenz vor Ort.

Auch eine Ausweitung des Gemeindeordnungsdienstes, besonders in die Abendstunden und an verschiedenen Orten, wird gewünscht.

Zweiter Schwerpunkt ist eine verstärkte Überwachung des Verkehres, sowohl des ruhenden als auch des fahrenden.

 

Weiter Punkte, bei denen die Bürger Änderungen wünschen

Sauberkeit der Gemeinde, Pflege der öffentlichen Grünanlagen und Mitwirkungsmöglichkeiten in der Gemeinde (z.B. Bürgerhaushalt)

 

Schlussfolgerungen für die CDU - Kommunalpolitik

Die Antworten besonders im Bereich der „erlebten Straftaten“ geben der Statistik der Polizei recht. Die hier durch die Teilnehmer angegebenen Zahlen sind ein Abbild der Bönener Kriminalstatistik. Selbstverständlich ist jede Straftat eine Straftat zu viel, und es muss intensiv an deren Verhinderung bzw. an deren Aufklärung gearbeitet werden.

Durch die Verwaltung sollte der Zeitansatz des Polizeieinsatzes geprüft werden.

Hier erscheint der Ansatz „6x über 30min“ deutlich überhöht. Dieser zeitliche Ansatz trägt negativ zum Sicherheitsempfinden der Bürger bei.

Bedenklich ist die hohe Zahl von Antworten nach dem Sicherheitsgefühl in Bönen.

Trotz gegenteiligen Erlebens geben 48 Teilnehmer an, dass sie sich „eher unsicher“ bzw. „sehr unsicher“ in Bönen fühlen. Wenn dann noch, bedingt aus diesem Gefühl, 34 Teilnehmer angeben, ihr Freizeitverhalten geändert zu haben, dann muss die lokale Politik handeln.

Da es leider aufgrund des Personalansatzes nicht möglich ist,  die Polizeipräsenz vor Ort zu erhöhen,  müssen andere Lösungen gefunden werden, um die vorhanden Angsträume in Bönen zu beseitigen.

 

Folgende Vorschläge werden von uns bzw. den Bürgern dazu gemacht:

 

  • Eine Begehung der Räume mit betroffenen und interessierten Bürgern durch die Verwaltung und Politik zur Bestandsaufnahme.

  • Verbesserungsvorschläge zur Ausleuchtung dieser Räume sammeln und umsetzen.

  • Kameraüberwachung prüfen (Bahnhof durch DB)

  • Prüfung der Vergabe von Überwachungsaufträgen im ruhenden und fließenden Straßenverkehr an Dritte. Dabei muss beachtet werden, dass es sich hierbei um „hoheitliche“ Aufgaben handelt. U. U. Synergieeffekte mit anderen Städten und Gemeinden prüfen. Wichtig ist aber eine Überwachung außerhalb der „Geschäftszeiten“.

  • Während der Geschäftszeiten die Inhaber und Mitarbeiter der Geschäfte der FuZo, besonders der am Teich, an Sicherheitspartnerschaften beteiligen (als Vorbild können hier die Kindernotinseln dienen) 

  • Alkoholverbote und Platzverweise in bestimmten Bereichen aussprechen und deren Einhaltung überwachen

  • Ein Bürgerbegehren zur Verstärkung des Gemeindeordnungsdienstes initiieren bzw. unterstützen. Vorher wäre jedoch dessen Umsetzung im Nothaushalt zu prüfen.

 

 

Zusätzliche Informationen