52 Prozent der Zweitstimmen: Bönen bleibt SPD-Hochburg
Der WA (kab) berichtete am 10 Mai 2010
Auch in Bönen können die Grünen ihr Ergebnis annähernd verdoppeln
Die Sektkorken ließ gestern im „Wahlstudio“ des Rathauses nur einer knallen. Friedhelm Lange, Fraktionssprecher der Grünen im Rat, war auch der Erste, der mit sichtbarer Freude den Ratssaal betrat.
Denn das Wichtigste wusste er da schon: Die Grünen haben im Land ihr Ergebnis verdoppelt. Und auch in Bönen setzt sich dieser Trend fort. 4,4 Prozent waren es bei der Landtagswahl 2005, gestern lautete das Ergebnis: 8,4 Prozent.
Die Grünen sind im Land die Gewinner der Wahl. Wohl nur mit ihnen lässt sich regieren. In Bönen ist der Gewinner einmal mehr: die SPD. 52 Prozent holt sie in ihrem „roten“ Stammlager, das ist im Vergleich zu 2005 zwar weniger (55,9 Prozent), die satten Verluste bei der letzten Bundestagswahl dürfen damit aber in Vergessenheit geraten (-12,7 %). Der Kandidat der Sozialdemokraten holte souverän 55,1 Prozent der Bönener Stimmen.
Gute Laune hatten die vielen SPDler am Wahlabend auch. Gespannt verfolgten Bürgermeister Eßkuchen, viele Ratsherren und -damen und auch viele Stammwähler die Hochrechnungen auf der Großbildleinwand.
So etwas wie Jubel brandete genau einmal auf: Als die Hochrechnung um 19.30 Uhr zum ersten Mal ein rot-grünes Bündnis mehrheitsfähig nannte.
CDU und FDP mussten auch in Bönen eine Schlappe hinnehmen. Mit 22,4 Prozent bei den Zweitstimmen sackten die Christdemokraten im Vergleich zur NRW-Wahl 2005 deutlich ab (30,8 Prozent, damals aber nur eine Stimme). Direktkandidat Frank Murmann holte in Bönen 24,6 Prozent der Stimmen. Die FDP verlor in Bönen nicht, blieb bei 3,2 Prozent. Trotzdem konnte Bönens FDP-Frontmann Ralf Dammrose in Hinblick auf Bundestags- und Kommunalwahl, bei der die FDP aus dem Stand 6,2 Prozent holte, dieses Ergebnis kaum auf der Haben-Seite verbuchen.
Es dauerte lange gestern Abend, ehe das Bönener Wahlbüro das vorläufige amtliche Wahlergebnis meldete. Wahlbezirk 2011, Feuerwehrgerätehaus Nordbögge, war der letzte, der seinen braunen Lederkoffer mit den Stimmzetteln ins Rathaus schickte. Erst nach 21 Uhr galten alle Stimmen als ausgezählt. Die ersten Zahlen warf der Mitarbeiter der Zentralen Dienste der Verwaltung schon um 18.30 Uhr an die Wand im Ratssaal.
So positiv die Stimmung insgesamt war: Vor allem hinsichtlich der Wahlbeteiligung im Land waren auch besorgte Stimmen zu vernehmen. Eßkuchen nannte sie in seiner Funktion als Wahlleiter „zu gering“ – vor allem in Hinsicht auf die bundespolitische Bedeutung der NRW-Wahl sei das besorgniserregend.
Wahlergebnisse NRW
Wahlergebnisse Bönen