Abwasserprobleme - Kanalrohre kurz vor dem Einsturz

altDie WR (Werner Wiggermann) berichtete am 3. September 2010

Das Wasser in der Rexe soll künftig nicht mehr in einem Mischwasserkanal verschwinden.

Unter mehreren Bönener Straßen ist die Welt schon lange nicht mehr in Ordnung. Teilweise haben die Kanalrohre, in denen das Schmutzwasser der modernen Kläranlage am Schwarzen Weg zugeleitet wird, ein so ehrwürdiges Alter, dass sie sogar einzustürzen drohen. Die Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzepts der Gemeinde legt nun fest, was wann saniert werden soll.

Am Donnerstagabend beschloss der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt die Fortschreibung. Zuvor hatte Otto Felschen, Vertreter des mit der Aufstellung beauftragten Ingenieur-Büros, die Planungen erläutert.

Der dringendste Handlungsbedarf besteht nach Aussage Felschens wahrscheinlich in der östlichen Bahnhofstraße – zwischen Bahnübergang und Vorwigs Hof. Hier ist der Kanal sehr alt und extrem marode – teilweise besteht sogar Einsturzgefahr. Gleichwohl wird dieser Kanal nicht als erster erneuert. Sinnvoller Weise, erklärte der Experte, sollten nämlich Kanal- und bereits geplante Straßenerneuerung hier in einem Arbeitsgang durchgeführt werden. Mit der Straßenerneuerung kann die Gemeinde aber erst beginnen, wenn die beantragten Zuschüsse bewilligt sind.

Vorgezogen wird daher die ebenfalls notwendige Systemerneuerung in Nord-Süd-Richtung (Bachstraße-Marmelinghöfener Weg-Seseke). Diese Baumaßnahme soll Rückstauprobleme und Überschwemmungen zumindest verringern. Dazu waren ursprünglich zwei neue Regenrückhaltebecken vorgesehen. Vorgeschlagen wird jetzt aber, neben dem neuen Schmutzwasserkanal gleich einen weiteren Kanal für Regenwasser zu bauen. Damit werde etwa der gleiche Effekt erreicht, erläuterte Felschen. Und die Maßnahmen seien etwa gleich teuer – jeweils rund 4,5 Millionen Euro. Langfristig spart ein solches „Trennsystem“ aber, da nicht mehr so viel Wasser zur Kläranlage geleitet werden muss, sondern direkt zur Seseke fließen kann.

 

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An den neuen Regenwasserkanal kann dann auch die Rexe angeschlossen werden, deren Wasser bisher noch im alten Mischwasserkanal verschwindet. Auch in der östlichen Bahnhofstraße soll mit der Kanalerneuerung vom Misch- auf ein Trennsystem umgestellt werden. Sorgen, dass die Schmutzwasser-Rohre dann sehr häufig gespült werden müssten, seien hier eher unbegründet, versicherte Felschen auf Anfrage von Klaus-Werner Heinze (SPD). Das Gefälle sei groß genug, um einen schnellen Durchfluss zu gewährleisten.

Bürger zahlen

Finanziert werden die neuen Kanäle letztlich von den Bönener Gebührenzahlern. Die haben zwar etwas davon, dass dank des Trennsystems künftig weniger Wasser geklärt werden muss. Dieser Effekt werde aber eher gering sein, erklärte Felschen auf Nachfrage von CDU-Fraktionschef Manfred Hübner.

Zuerst wird’s sowieso etwas teurer für alle: Die in den nächsten fünf Jahren vorgesehenen Investitionen von rund 5 Mio. Euro bewirken eine Steigerung um 9 Cent pro Kubikmeter bei der Schmutzwassergebühr und um 27 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche bei der Gebühr für das Niederschlagswasser. Daraus resultiert eine jährliche Mehrbelastung der Durchschnittsfamilie von 53 Euro.

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