Grenzwerte in Nordbögge überschritten Land ordnet Luftreinhalteplan an
Die WR(K.-P. Wolter) berichtete am 30 April 2010
Grenzwertüberschreitungen bei der Luftbelastung registrierten zwei sogenannte Passivsammler an der Autobahn A2 in Nordbögge. Als Ergebnis hat jetzt das Land die Bezirksregierung beauftragt, einen Luftreinhalteplan für Nordbögge aufzustellen.
Dass die Messergebnisse überhaupt zu solchen Maßnahmen führen, liege an einer Reduzierung von Toleranzen bei der Messwertüberschreitung. Nun reichen zwei Mikrogramm, um die der zulässige Jahreswert von 40 Mikro überschritten wurde, für entsprechende Reaktionen aus, so Horst Becker für die Gemeindeverwaltung.
Für die meisten Ratsvertreter steht fest, dass der Autobahnverkehr und dort vor allem die Lkw den Hauptanteil an der Luftbelastung in Nordbögge tragen. Lkw-Verkehr habe sich auf der Schulstraße und Kamener Straße in Richtung Autobahn eingeschlichen, vermutlich geleitet von Navigationsgeräten, glaubt außerdem CDU-Fraktionssprecher Manfred Hübner. HorstBecker sieht hier wenig Möglichkeiten für Gegenmaßnahmen. Verbote auf einer Kreisstraße mit Widmung für überörtlichen Verkehr seien kaum durchzusetzen.
Dass der Luftreinhalteplan große Bedeutung für Nordbögge erlangen können, erwartet für die SPD Klaus Herbst. Er fordert zunächst einmal weitergehende Informationen zum Prozedere und Rahmen eines solchen Plans ein. Das will die Verwaltung liefern.
Dr. Udo Becker von den Grünen fürchtet, dass die Belastungen in Nordbögge noch zunehmen könnten, wenn erst einmal Baustellen abgewandert oder abgeschlossen sind. Ein Tempolimit von 100 km vom Kamener Kreuz bis zur Poilstraße hält er für geboten. In Zukunft, so fordern die Grünen, müssten außerdem alle Straßenbauprojekte darauf hin abgeklopft werden, welche folgen sie für die Luftbelastung haben.
Einig sind sich die Grünen mit weiteren Fraktionen bei der Forderung nach weitegehenden Messungen zumindest nach Ende der Bautätigkeit. Die Ergebnisse der bisher eingesetzten Passivsammler, die nur Stickstoff und nicht wirklich Feinstaub messen, reichten für eine echte Bewertung nicht.