In Bönen läuft „Jeki“ bereits im dritten Jahr sehr erfolgreich
DER WA (kab) berichtete am 5. Mai 2010
Erfolgsmodell für ganz NRW
In Bönen ist das Projekt längst ein Erfolgsmodell. An allen drei Bönener Grundschulen musizieren Kinder unter dem Motto „Jedem Kind ein Instrument“ – bester Beweis dafür, wie gut „Jeki“ ankommt, war erst am Sonntag das Konzert der Teilnehmer im Marie-Curie-Gymnasium (wir berichteten). Während in der Gemeinde längst alle Erstklässler und inzwischen auch viele Zweit- und Drittklässler mitmachen, kennen viele Primarschüler im Land noch nicht. Das soll sich absehbar ändern, wie die Staatskanzlei des Landes gestern mitgeteilt hat. „Jedem Kind ein Instrument hat sich im Ruhrgebiet nicht nur bewährt, es ist in dieser Form einzigartig in Europa“, so Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff.
Jeki fördere Motivation und Konzentration, soziale Kompetenz und Offenheit. Oberste Priorität für die landesweite Ausdehnung des Programms sei die Freiwilligkeit, Ziel eine Teilnahmequote von 80 Prozent. Die Hellweg- und die Ermelingschule in Bönen gehen schon in ihr drittes „Jeki“-Jahr. Im zweiten Jahr ist die Goethegrundschule dabei – sie war wegen des Umzugs auf das ehemalige Zechengelände erst später eingestiegen. Für Fachbereichsleiterin Edelgard Blümel ist „Jedem Kind ein Instrument“ auf jeden Fall ein voller Erfolg. Im ersten Schuljahr gehört „Jeki“ an den Bönener Grundschulen zum Lehrplan. Ab dem zweiten Schuljahr besteht für die Schüler die Möglichkeit, das Projekt zu wählen. „Wir müssen sehen, wie diese Wahl vor allem in den dritten Schuljahren ab Sommer läuft“, sagt Blümel. Denn dann erhöht sich der Eigenbeitrag der Eltern von 20 Euro im zweiten Schuljahr auf 35 Euro im Monat. „Im Moment haben wir bei den Anmeldungen für das zweite Schuljahr ein Plus.“ Man müsse sehen, wie sich die Eltern die weitere Teilnahme ihrer Kinder in den höheren Jahrgängen leisten wollten und könnten.
Im neuen Konzept der Landesregierung für den Ausbau des Programms ist unter anderem vorgesehen, die Teilnahme in den beiden ersten Schuljahren beitragsfrei zu stellen. Die 35 Euro ab dem dritten Schuljahr sollen aber bleiben. Das Land lässt sich „Jeki“ seit dem Schuljahr 2007/2008 bis zum Ende des Schuljahres 2010/2011 rund 47 Millionen Euro kosten. Die prognostizierten Kosten für die Ausweitung auf ganz NRW bis 2023 steigern sich nach Rechnung der Staatskanzlei auf 70 bis 80 Millionen Euro. Edelgard Blümel lobt ausdrücklich die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Musikkarussell. Der organisatorische Aufwand für die Musikschule wie für die Verwaltung sei nicht zu verachten.