Viele Südfeld-Bewohner im PBU-Ausschuss
Der WA (kab) berichtete am 29. Mai 2010
„Bauchschmerzen“
Wogen nach Bebauungsdebatte offenbar schnell geglättet
Es sah ganz nach einer längeren Diskussion aus: Gut zwei Dutzend Bürger hatten am Donnerstagabend im Sitzungszimmer des Rathauses Platz genommen, um der Debatte über die Änderung des Bebauungsplanes für das Wohngebiet „Südfeld“ zu folgen.
Zustimmendes Gemurmel erhob sich, als CDU-Fraktionschef Manfred Hübner in seiner Stellungnahme zum Beschlussvorschlag der Verwaltung von seinen „Bauchschmerzen“ bei der Entscheidung sprach: „Die Altbestandseigner hatten Einschränkungen beim Bau ihrer Häuser, jetzt kann dort ‚Wildwest‘ gebaut werden.“ Zwar nahm Hübner die Bezeichnung „Wildwest“ nach einem Einwand Horst Beckers sogleich zurück; dennoch schien er den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Ausschussvorsitzender Klaus Herbst unterbrach deshalb die Sitzung nach der Abstimmung über den Tagesordnungspunkt, um die Einwohnerfragestunde vorzuziehen.
Zuvor hatte Becker noch einmal eingehend erklärt, was genau geändert werden solle: Die Grundstücke, für die nun unter anderem die freie Wahl des Dachs und die Ausrichtung des Firsts gilt, liegen allesamt im noch unbebauten nördlichen Teil der Siedlung. Es sei notwendig, Anreize für die Vermarktung der Grundstücke zu finden, so der Fachbereichsleiter. Das komme letztlich allen Hausbesitzern im Südfeld zu Gute, beeinträchtige es doch die Fertigstellung ihrer Straßen. In der vorgezogenen Einwohnerfragestunde gab es schließlich nur eine Wortmeldung, die die Bebauung auch gar nicht unmittelbar betraf. Dann verließen die meisten Zuhörer den Saal – kehrten allerdings zurück, um in der regulären Einwohnerfragestunde doch noch vorzusprechen. Dabei ging es aber vor allem um Vandalismus und Schmierereien an Häusern und auf dem (noch nicht eröffneten) Spielplatz. Die Wogen um den Bebauungsplan hatten sich offenkundig schon geglättet.
Nur eine Anwohnerin machte ihren Sorgen Luft: 160 Euro pro Quadratmeter haben sie und ihre Nachbarn für ihre Grundstücke bezahlt. „Wer garantiert uns, dass nicht in ein paar Jahren der soziale Wohnungsbau beginnt?“, fragte sie Fachbereichsleiter Horst Becker. Der antwortete ehrlich: „Garantieren kann Ihnen das niemand.“ Eine Herabsenkung des Kaufpreises solle es aber nicht geben, betonte er.