Wetteifern in Solarbundesliga
Die WR (Friedrich Westerhoff) berichtete am 2. Juni 2010
Arbeitsgemeinschaft Sonnenstrom
Ulrich Pohlmann gilt in der Gemeinde als engagierter und vielseitiger Bürger. In seinem Wohnort beackert er als Landwirt rund 90 Hektar Fläche. Spezialisiert hat er sich auf den Getreideanbau.
Als Ortsvorsteher von Oster- und Westerbönen weiß er, wo den Menschen in ländlicher Umgebung der Schuh drückt. Das langjährige CDU-Mitglied vertritt die Interessen der Bürger u.a. im Haupt- und Finanzausschuss und im Ausschuss für Planen, Bauen und Wohnen in der Gemeinde.
Doch Landwirte in Bönen erzeugen nicht nur Produkte und pflegen die Landschaft. Sie machen sich überdies in einem Verbund für Stromgewinnung aus Sonnenenergie stark. Auch Ulrich Pohlmann, der als „geistiger Vater" der Arbeitsgemeinschaft „Sonnenstrom" gilt, die 2003 mehr als 15 Landwirte aus Oster- und Westerbönen sowie ortsübergreifend Bürger mit ins private (Energie-)Boot genommen hat. „Dadurch konnten wir uns einen erheblichen Preisnachlass erwirtschaften", sagt Pohlmann. In kürzester Zeit hätte man 16 Solaranlagen betreiben können. Die Gemeinschaft hat sich so stark entwickelt, dass die Bönener in der Solarbundesliga sogar um höchste Ehren miteifern können. In der Solarbundesliga „streiten” Kommunen darum, wer am meisten Solarstrom- und Solarwärmeanlagen pro Einwohner installiert hat. 2007 errang man sogar den Titel als „Meister von Nordrhein-Westfalen". Aktuell nehmen die Oster-, Wester- und Bönener mit 374 Punkten bundesweit den 98. Platz ein. Das ist verbesserungswürdig, deshalb ist Pohlmann in diesen Tagen unentwegt auf Achse, um abzufragen, ob im letzten Jahr auf den Dächern mit Südlage in naher und weiterer Nachbarschaft neue Anlagen installiert wurden. Die Zeit drängt. Bis zum 1. Juni müssen die Ergebnisse dem Veranstalter „Solarthemen" gemeldet sein. Der 98. Rang soll unter allen Umständen im „Spieljahr 2010" verbessert werden.
Rückblick: Während einer Sitzung des Ortsvereins Bönen-Ost wurde im Januar 2003 das Thema Solarenergie erstmals angesprochen. Plötzlich ging alles schnell. Die erste Anlage im nahen Heeren wurden besichtigt. Die Gruppe wuchs an. Zwischendurch gab es einen Knick, weil die Industrie wegen der hohen Nachfrage mit der Produktion nicht nachkam. Doch insgesamt habe sich das Projekt positiv entwickelt, sagt Pohlmann. Der Strom würde in das Gesamtnetz der GSW eingespeist.